Hinter der Blechwand
Andrzej Stasiuks
Über die Zeitschneise, die sich in Andrzej Stasiuks neuem Roman durch Europa zieht.
Über die Zeitschneise, die sich in Andrzej Stasiuks neuem Roman durch Europa zieht.
Dem Vergehen der Zeit, der Vergänglichkeit sinnlicher Erlebnisse, dem Nahen des Todes kann kein Ritual Einhalt gebieten. Vielmehr noch, das erzählt dieser schmale Roman, der dritte Notebooms, wortgewandt: vielmehr verstärkt solch ein Ritual noch die Sehnsucht nach dem Tod.
Christa Wolfs neuer Roman ist wohl nicht nur vom Umfang her das Schwerwiegendste, das sie in den letzten zwanzig Jahren veröffentlicht hat. Unzeitgemäß und anachronistisch ist es vor allem eins: ein Erinnerungsbuch.
Ein Band, der Erzählungen und Aufzeichnungen von Uwe Timm versammelt – Chronik eines halben Jahrhunderts deutscher Geschichte: Timm schreibt über Heinar Kippardt, Benno Ohnesorg, seinen im zweiten Weltkrieg gefallenen Bruder und befragt immer wieder: sich.
Als Altmeister kommt einem Philip Roth ein wenig vor wie der Clint Eastwood der amerikanischen Literatur.
Den allwissenden, allmächtigen auktorialen Erzähler von all den Goethes, Jean Pauls und Manns der Literaturgeschichte kann man ja eigentlich schon lange nicht mehr ertragen. Dieser Kenntnisvorsprung – und damit die Macht – gegenüber den Figuren wirkt in der Literatur spätestens seit Existenzialismus und der Rückkehr des Fragments irgendwie anachronistisch, langweilig, selbstgenügsam. Meint man. Spätestens bis einen der Roman unserer Kindheit in den Fingern hatte.
Ein kurzes Buch mit einer erschütternden Kraft.
Ein Liebender, der am Ende den Abschiedsbrief seiner Freundin selbst verfassen muss: Glücklicherweise gibt es Schriftsteller. Glücklicherweise gibt es diesen Schriftsteller, Wolf, der uns diesen Roman beschert: Künstler-, Liebes- und Gesellschaftsroman, mit einer Hauptfigur, die gern Bohemien sein möchte, es aber nur zum verzagten Romantiker schafft.
Fausers Romane werden schneller, zwangsläufiger und abgedrehter – und vor allem: Sie werden besser von Buch zu Buch. Was man schon bei der Lektüre des ersten, dem SCHNEEMANN, nicht für möglich halten möchte.